Cirquit de Croix en Ternois 2010

Wieder steht ein Fahrtag auf dem Rundkurs in Croix en Ternois an. Timo will dieses Mal nicht mitkommen und so fahren Dominik und ich alleine nach Frankreich.

Das Navi sagt, dass die etwa 740 km lange Strecke bei Verwendung Mautfreier Straßen in nur 5 Minuten mehr bewältigt werden. Also fahren wir dieses Mal nicht über Metz - Reims sondern über Luxemburg - Belgien.

Ob das Navi nun Recht hatte oder nicht kann ich jedoch nicht sagen - mangels Vergleichsmöglichkeit - auf jeden Fall trafen wir um 21:30 Uhr auf dem Kurs ein wo wir bereits auf's wärmste empfangen wurden. Wir wurden sogleich zum Barbequeue gebeten - aufbauen können wir noch später.

Es ist nicht einfach, sich vom Tisch wieder los zu reißen bei Freibier und gegrilltem, um das Gespann zu parken und alles für die Nacht herzurichten - aber was hilft's.

Robert, Rudi und Heinz kommen helfen und kurz bevor es anfängt zu regnen ist alles fertig aufgebaut und regensicher. Der restliche Abend geht bei geselligen Gesprächen sehr schnell vorbei.

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Am nächsten Morgen wird früh aufgestanden. Die Nennung muss abgegeben werden, die Bahngebühr bezahlt werden und ganz wichtig: Die Übersetzung muss geändert werden.

Das Kart ist noch für die Kartbahn übersetzt (vmax = 146 km/h) und muss für Langbahn geändert werden.

Der Einfachheit halber wechsele ich nur das 15er Ritzel gegen das 17er und komme so bei einer üblicherweise erreichbaren Drehzahl auf etwa 166 km/h.

Auch anwesend: Claus Ibsen - der Vorsitzende und Initiator des Vereins Human Transport e.V. sowie der Veranstalter der Kart Quad und Trike Trophy auf dem Nürburgring.

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Auch Robert ist wieder mit von der Partie.

Ich mit neuem Haarschnitt...

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Und hier noch Rudi, Steps ....und Robert nochmal.

Rudi hat nach seinem Maleur am Nürburgring dieses Frühjahr nun einen neuen Motor im Kart.

Ich bin kaum fertig geworden mit den Änderungen an meinem Kart und der Durchsicht, da beginnt auch schon die Fahrzeit. Wir können den ganzen Tag abgesehen von einer Stunde Mittagspause die Strecke nach Herzenslust benutzen.

Robert's Mad Max hört sich nach seinem Wechsel auf einen ZX6R Motor an wie ein Formel 1 Wagen. Das hält Steps aber nicht davon ab, ihm dicht auf die Pelle zu rücken und sich mit ihm auf der Strecke zu duellieren.

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Mein Kart läuft wie nie zuvor gekannt. Satte Beschleunigung und sagenhafte Bodenhaftung. In dieser Kurve nehme ich die enge Linie. So kann ich gegenüber den anwesenden Zweitaktern das hohe Drehmoment voll ausspielen.

Rudi - das blaue Kart zu meiner linken - muss seinen Motor anfänglich noch einfahren und ist so leichte Beute für mich. Später jedoch als er die Einfahrzeit hinter sich hat, merke ich, dass unsere Karts hinsichtlich der Motorisierung gleich sind. Ein Beschleunigungsduell ausgangs dieser Kurve geht unentschieden aus und wir bleiben etwa gleichauf - bis zum Bremspunkt.

Mit der Bremse ist Rudi deutlich besser als ich. Ich bremse noch nicht gut genug, um sooo spät bremsen zu können wie er.

Was Robert hier macht ? Keine Ahnung... es scheint, als hätte er etwas vergessen ;-)

Ich spule hier eine Runde nach der anderen ab und fahre nun Rundenzeiten um die 1:02 min - gestoppt nach der Uhr an der Start - Ziellinie. Meinen GPS Logger habe ich in Betrieb, der hat jedoch die Vibrationen nicht schadlos überstanden.

Als ich zu Hause wieder die Daten auslesen wollte, meldet er sich nicht mehr als USB-Laufwerk an. Ich muss ihn öffnen und die SD-Karte mal im direkt auslesen. Das aber zu einem späteren Zeitpunkt. Dann allerdings kann ich auch mit weiteren Daten dienen.

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Traumhaft ist die neue Bremswirkung. So langsam beginne ich mich an die Bremse zu gewöhnen. Viel zu lange habe ich wie ein Ochse das Bremspedal treten müssen um konkurrenzfähig bremsen zu können, als dass ich diesen Gewalttritt so einfach aus dem Fuß bekomme.

Die Bremse bremst auch noch leicht ungleichmäßig. Das ist aber handelbar und nicht mehr so schlimm wie bei der Probefahrt in Ehingen wo es mit beinahe das Lenkrad aus den Händen gerissen hatte.

Jedes Mal, wenn ich an die Haftreibungsgrenze heran bremse greifen die neuen Bremsen wie ein Anker, den man von Bord wirft. Einfach toll - die Arbeit hat sich gelohnt.

Auf der Bremse - das merke ich nun schon ganz deutlich - bin ich den anwesenden Standard- Karts deutlich überlegen. Und das trotz meines deutlich höheren Gewichts.

Auch Rudi wird immer schneller auf dem Kurs. Zuletzt ist er wohl so weit, dass er sich mit Steps im viel stärkeren Aprilia SXV Kart kabbelt.

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Ein mal kommt die ganze Meute an mir vorbei. Allen voran Rudi - gefolgt von Steps. Hinter mir höre ich so etwas wie einen 12 Zylinder Ferrari - das kann nur Robert sein. Ich winke ihn rechts an mir - auf der Ideallinie - vorbei dass er dran bleiben kann.

Er gibt auch kurz Gas, lässt mich stehen so dass ich glaube ich sitze im Tretauto und fährt - filmreif - schnurstracks geradeaus in's Kiesbett.

Hä ? War ich das etwa ? Nein - entlastet er mich später. Er war einfach nur vieeel zu schnell.

Er hat dann das Kiesbett mit seinem Kart wohl leer geschaufelt. Heinz sagte: "Alle wieder zurück bringen - die sind abgezählt" :D

Man sieht hier: Robert fährt die gleiche Bremsscheibe wie ich und hat die Bremsen genau so falsch rum eingebaut.

Ich fahre Runde um Runde - es macht so viel Spaß, dass ich schon befürchte mir geht der Sprit aus. Ich habe zwar über 30 Liter mitgenommen, aber bereits um 15:30 Uhr leere ich den letzten Tropfen Sprit aus den Kanistern in meinen Tank.

Wo bekomme ich nur Nachschub her wenn der Tank leer ist ? Ich beschließe jedoch, mich um dieses Problem erst zu kümmern, wenn es sich stellt und fahre wieder raus auf die Bahn.

Plötzlich bleibt in einer Kurve der Schub weg und es holpert. Frequenz ist Geschwindigkeits- und Gang- abhängig. Nicht gut denke ich mir und rolle von der Strecke in die Wiese.

Hier das Ergebnis: Pleuel gebrochen - es schaut vorne aus dem Motorblock heraus.

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Jetzt brauche ich mir wenigstens keine Sorgen mehr zu machen, dass mir der Sprit ausgeht hihi.

Der Schadenshergang wird wohl irgendwie so ausgesehen haben:
Das Pleuelauge ist nach dem Herunterschalten vor der Kurve - im Schiebebetrieb wohl angebrochen. Beim Herausbeschleunigen ging es endgültig entzwei gegangen. Die Verbrennung treibt den Kolben noch ein letztes Mal nach unten. Am unteren Totpunkt löst sich der Kurbelzapfen aus der Umklammerung des nun nach unten offenen Pleuelauges und dreht nach hinten weg. Der Kolben bleibt unten. In der Nähe des oberen Totpunktes drückt nun der Kurbelzapfen von hinten gegen das Pleuel. Die Wucht der Kurbelwelle ist so stark, dass das Pleuel vorne ein Stück aus dem Motorblock herausreißt.

Der Motor ist nun wohl Totalschaden. Schade.

Mal sehen was die Zukunft motortechnisch so bringt.

Trotzdem - es war eine sehr schöne Veranstaltung. Ein tolles Erlebnis, das ich nicht missen möchte.

Wenn ich nächstes Jahr wieder einen fahrbaren Untersatz habe, werde ich wieder teilnehmen.