2. Treffen für selbstgebaute Karts 2005

(SBT 2005)

vom 23.07. bis 24.07.2005

Nachdem das SBT 2004 so gut ankam und nachdem die Masse der Teilnehmer ein weiteres Treffen dieser Art wollten, organisierten wir dieses Treffen für dieses Jahr wieder. Die erste Frage, die sich uns stellte, war die Frage nach der Strecke auf der wir die Veranstaltung durchführen sollen.

Die Strecke sollte folgende Kriterien erfüllen:
- für alle Teilnehmer des letzten Treffens einigermaßen zentral gelegen,
- großer Campingplatz (Wiese) in unmittelbarer Nähe,
- Zeitmessung per Transponder möglich,
- anständige sanitäre Anlagen, wenn möglich Duschen vorhanden,
- Rundenlänge etwa 1km,
- und noch einiges mehr...

In die engste Wahl fiel der Oberlandring Bernsgrün und die Kartbahn Belleben. Leider erfolgt die Zeitmessung auf dem Oberlandring durch eine externe Firma. Die verlangt für die Zeitmessung pauschal 600.- € täglich.

Also kommt nur noch Belleben in Frage. Bei der Besichtigung der Anlage durch Robert und mich sah die Bahn so aus.

Am Freitag vor dem Treffen geht's früh morgens los. Dieses Mal mit der gesamten Familie. Die Anlage in Belleben hat einen Spielplatz für Kinder und ein Kinderprogramm hatten wir auch vorgesehen.

Die letzten paar Kilometer führten über eine üble Umleitung über schlimmstes Kopfsteinpflaster weil in Alsleben eine Brücke über die Saale gesperrt war.

Wo fließt eigentlich unser Solidaritätszuschlag hin ? Eine riesen Sauerei. Das Pflaster war so übel, dass immer wieder das Stützrad aufsetzte und davon kaputt ging.

Am frühen Nachmittag kamen wir dann nach 545 km Fahrt an.

Zuerst einmal muß der Anhänger entladen und das Zelt aufgebaut werden. Während wir so am aufbauen sind, treffen Manfred und Rolf, beide ebenfalls mit Familie, sowie weitere Teilnehmer ein.

Nachdem unser Lager aufgeschlagen war ging es nun daran, einen Platz im Fahrerlager zu finden und die Fahrzeuge auszuladen.

Zuerst aber bat uns Herr Oppermann - der Geschäftsführer der Anlage - zu einer kurzen Lagebesprechung in sein Büro. Das Fernsehen hatte sich für den Samstag angesagt und das Programm mußte noch etwas modifiziert werden damit die Produktionsfirma - Janus TV (K1 Die Reportage und K1 Das Magazin) - etwas Action geboten bekommt und nicht nur das für den Zuschauer langweilige freie Training.

Danach konnten endlich die Fahrzeuge abgeladen und betankt werden.

Jetzt endlich ist es soweit, die neue Errungenschaft wird"der Öffentlichkeit" vorgestellt. Dieses Eigenbaukart wurde über EBay erstanden. Der Verkäufer war froh dass es in gute Hände kommt und war total erstaunt, dass es eine Szene für selbstgebaute Karts gibt. Bei der Übergabe des Karts an mich meinte er, dass er mit diesem Kart ja zum SBT kommen könnte. Daraufhin erwiderte ich etwas spitzbübisch: "Jetzt nicht mehr."

Technische Daten: Rahmen verlängert, 3 Bremsen vom Motorrad, geteilte Felgen, Gas, Kupplung Bremse als Pedale wie beim PKW ausgeführt, Tank im Heckspoiler, 2 Zylinder 250ccm Viertaktmotor von Honda mit etwa 30PS. 5 Gang Getriebe, elektrischer Anlasser.

Ein richtiges kleines Monsterkart. Weil Steps aber darauf besteht, dass der Name Monsterkart ein Eigenname für sein Kart ist und nicht als Bezeichnung für eine Bauform verwendet wird, muß ein anderer Name gefunden werden. Das kleinste Familienmitglied von "The Munsters" heißt Eddie. Der Name wäre schon mal klar. Also Mosterle oder Eddie.

Immer mehr Teilnehmer trafen ein. Manche die in der Zwischenzeit gekommen waren hatten sich bereits sehr zu meinem Mißfallen im Fahrerlager komplett häuslich niedergelassen.

Dadurch kam die Gemeinsamkeit bei diesem Treffen etwas zu kurz. Es bildeten sich zwei Grüppchen die größtenteils unter sich blieben.

Die meisten Teilnehmer vom letzten Treffen waren auch dieses Mal wieder dabei und es waren auch einige neue Gesichter vertreten.

Manche die bereits am Donnerstag angereist waren, testeten bereits die Strecke. Die anderen waren damit beschäftigt sich wohnlich einzurichten.

Es reisten dieses Mal wesentlich mehr Teilnehmer am Nachmittag an um noch bei Tageslicht aufzubauen. So hatten wir den Abend bereits Gelegenheit bei einem guten Steak und anderem gegrilltem uns auszutauschen, über Karts und Motoren zu fachsimplen und über das bevorstehende Wochenende zu reden.

Der Grill den ich dazu von NewTec ausgeliehen hatte, war ideal. Abends um 20:00 Uhr angeworfen ermöglichte er es sogar noch um 24:00 Uhr zu grillen. Weil es zu regnen begonnen hatte wurde über dem Grill ein Sonnenschirm aufgebaut.

Gegen später forderte der Betreiber zu einem Flutlicht Leihkartrennen auf.

Viele fanden die Idee super. Bei Flutlicht im Regen mit Leihkarts um den Kurs gab es viele unterschiedliche Erfahrungen.

Die Gripverhältnisse sind gelinde gesagt "anders", die eingeschränkte Sicht auf einem relativ unbekanntem Kurs tut das ihre dazu und als ob das noch nicht genug wäre, hemmt der Regen die Vergaser derart dass manche Karts während der Fahrt einfach aus gingen wenn man vom Gas ging.

Am nächsten Morgen geht's um 7:00 Uhr los mit Frühstück.

Am Anfang war das ja ein wenig suspekt als der Betreiber erst mal Brötchen holen fuhr, aber um 7:15 Uhr war das Frühstücksbuffet vollkommen betriebsbereit.

Ein dickes Lob am Sven Oppermann und sein Team, das Buffet war reichhaltig und die Auswahl war groß. Einzig die Kaffeeversorgung kam zu den Stoßzeiten etwas ins stocken was aber nicht weiter schlimm war. Im Endeffekt war für jeden genug da.

 

Anschließend erfolgte die Anmeldung der einzelnen Teilnehmer. Trotz der bereits im Vorfeld ausgefüllten Nennungen und Haftungsverzichtserklärungen zog sich diese Prozedur über 2 1/2 Stunden hin.

Die meiste Zeit ging dabei drauf, die granularen Preise für jeden einzelnen individuell zu berechnen und zu kassieren.
Mangels vorbereitetem Wechselgeld gab es auch hier weitere Verzögerungen.

In diesen beiden Punkten gibt es Potenzial zur Verbesserung, steht hiermit auf der to do Liste.

Während die Anmeldeprozedur mit Fotografieren, wiegen und Spurmessung im Gange war, drehten die Leute von Janus TV bereits eine Einstellung nach der anderen und interviewten auch den einen oder anderen Teilnehmer.

Ecki als unser Medienbeauftragter macht da seine Sache recht gut und führt das Fernsehteam immer an die interessanten Stellen so wie hier im Bild zum wiegen.

Während die ersten bereits ihre Runden auf der Strecke im Rahmen des freien Trainings drehen, arbeiten andere noch fieberhaft daran ihre Technik auf Vordermann zu bringen.

Schließlich ist für den frühen Nachmittag das Beschleunigungsrennen angesetzt, das Teil des Handlingwettbewerbs ist. Dieser Handlingwettbewerb ist neben dem Rennen und dem Kontest eine von drei Pokalchancen die jeder der regulären Teilnehmer hat.

Der geplante Ablauf sieht vor, dass die Teilnehmer in der Reihenfolge ihrer Startnummer gegeneinander antreten.

Das bedeutet, dass ich mit dem Schwabenkart gegen Steps's Monsterkart antrete. In Zahlen: 2 Zylinder Zweitakt mit 49 PS und defekter weil rutschender Kupplung gegen 4 Zylinder Viertakt mit 120PS und tadelloser Technik.

Logisch dass Steps mich einfach stehen lässt.

Aber zum Glück sieht der zweite Teil des Beschleunigungsrennens vor, dass die selbe Paarung noch einmal ohne Motorkraft gegeneinander antritt.

Hier wendet sich das Blatt natürlich.

Auch bei diesem Event ist das Fernsehen hautnah dabei. Der Sendetermin wird uns noch bekanntgegeben. Er wird sobald er bekannt ist in's Forum gestellt. (Grüner Button am unteren Seitenrand.)

Der weitere Nachmittag bietet für uns Organisatoren eine kleine Verschnaufspause so dass ich einmal das Monsterle ausgiebig testen kann.

Leider ist nach ein paar Runden der linke Hinterreifen über den Felgenwulst gesprungen. Die Reifenflanken waren nicht mehr die besten.

Zum Glück hatte aber Manfred seine Ersatzreifen mit, er fährt auch noch auf den archaischen geteilten Felgen. Er leiht mir ein Hinterrad und so kann Eddie weiter fahren.

Ein wenig später starten wir das Showrennen für's Fernsehen.

Obwohl ausgemacht war, dass wir zusammenbleiben und uns Positionskämpfe liefern, zieht sich das Feld innerhalb weniger Runden in die Länge und es gibt sogar Überrundungen.

Da ist bei jedem - auch bei mir - doch der Ehrgeiz wieder durchgebrochen. Die Fahrweise hat sich nicht sehr von der in einem richtigem Rennen unterschieden.

Und hier noch eine Studie über angewandte Lenkgeometrie

Natürlich verstärkt die Einzelradaufhängung der Vorderräder von Rolf's Geländekart den Effekt, jedoch sollte es im Prinzip genau so sein.

Durch das Abheben des kurveninneren Hinterrades wird das Fehlen eines Differentials vollständig kompensiert.

Während der kurzen Renndistanz schaffte ich es sogar fast Rolf zu überrunden. Und das trotzdem dass 5 Runden vor Schluß meine Bremse komplett ausfiel. Zum Glück ist ein Viertakter in dem Kart, so konnte die Geschwindigkeit vor den Kurven durch vom Gas gehen und quer stellen herabgesetzt werden.

Nach einer weiteren Phase des freien Trainings - eigentlich während des freien Trainings - führten wir ein Gleichmäßigkeitsfahren durch.

Weil die Transponderanlage nicht zuverlässig funktionierte wurden immer zwei Teilnehmer mit einer roten bzw. gelben Warnweste ausgestattet, die dann im Verkehr 5 Runden zurücklegen mußten.

Die einzelnen Rundenzeiten wurden von Hand gestoppt. Die größte Differenz zwischen diesen 5 Rundenzeiten wurde gewertet. Die beste Platzierung erreichte der, dessen Differenz am kleinsten war.



Rechtzeitig bevor ich mit der Gleichmäßigkeitsprüfung an die Reihe kam, übernahm Manfred die Leitung dieses Events und ich drehte im Anschluß daran wohl noch eine halbe Stunde lang meine Runden mit dem RD Kart.

Plötzlich gab es einen totalen Leistungsverlust. Der Motor bremste nur noch anstatt zu schieben. Oder was man bei durchrutschender Kupplung so schieben nennen kann.

Das war zum Glück auf der langen Gegengeraden der Fall so dass ich mit gezogener Kupplung ins Fahrerlager rollen konnte.

Nach eingehender Problemanalyse mußte ich feststellen dass der Motor in dieser Konfiguration wohl nie wieder laufen würde.....

Zu deutsch: Spritmangel.

 

Das war dann auch der Zeitpunkt zu dem ich die bewährte blaue Tonne holen mußte damit der Geschicklichkeitsparcours aufgebaut werden konnte.

Verschiedene Arten von Slalom und Gassen wurden auf der gesamten Strecke verteilt aufgebaut und an einer Stelle wurde die Tonne aufgestellt, in die die Fahrer wie am SBT 2004 auch einen mitzunehmenden Reifen einzuwerfen hatten.

 

Der Parcours wurde dann mit erschreckend wenig Fehlern gemeistert.

Wir waren der festen Überzeugung, dass das zu leicht war. Erst als wir mit dem Parcours alle fertig waren und die Leihkarts diesen Parcours fahren durfen, konnten wir feststellen dass es nicht an der niedrigen Schwierigkeitsstufe lag sondern an unseren Fahrkünsten. Die Leihkartfahrer brachten die eigentlich erhoffte Fehlerquote.

Nach diesem Wettbewerb war freies Training bis 20:00 Uhr.

Gegen später teilten sich die Aktivitäten. Die einen hatten Zeit für ein Grillfest, die anderen reflektierten die Tagesereignisse und planten für den nächsten Tag, währen die anderen sich mit der Technik beschäftigten.

Nach dem Frühstück am Sonntag, war das Rennen angesagt. Dazu gab es zwei Qualifyings. Die besten fuhren in einem Vorentscheid untereinander und die schlechteren fuhren ebenfalls in einem seperaten Vorentscheid.

Die jeweils 5 besten der Vorläufe kamen in die Endrunde. Durch diese Regelung wollten wir den nicht ganz so schnellen auch eine Chance geben sich zu platzieren.

Bei dieser Regelung kamen auch Fahrer in den Endlauf, die im Vorentscheid wegen technischer Defekte ausgefallen waren.

Aus diesem Grund waren auch einige unkonventionell aussehende Maßnahmen zu sehen.

 

Trotzdem haben aber die dicksten Karts gewonnen. Bei diesem Reglement haben sie sich das auch ehrlich verdient.

Einen Vorlauf über 19 Runden und ein Rennen über 20 Runden vorne mitzufahren ist schließlich kein Pappenstiel sondern richtiger Sport.

Hier sind die glücklichen Sieger des Rennens. Natürlich gab es noch mehr Sieger.

Ganz besonders hervorheben muß ich natürlich die 3 Sieger des Kontest:

Rolf hat mit seinem frisch fertig gestellten "Beinchen heb' Crosser" dort den ersten Platz belegt.
Platz 2 belegte mein Monsterle.
Platz 3 ging an Simmi mit unserer Bierkiste.

Abschließend betrachtet war es doch im großen und ganzen wieder ein schönes Treffen. Natürlich gab es in der Stimmung sowohl Höhen als auch Tiefen. Mir persönlich und auch der Masse der Teilnehmer hat es jedoch unter dem Strich gesehen einen riesen Spaß gemacht.

Die Atmosphäre war fast schon familiär und das Benehmen auf der Piste war wieder beispielhaft. Es gab keine absichtlichen Rempler, Drängler oder sonstige Kerpen typische Fahrtechniken unter den Teilnehmern.

Die Tatsache dass das Fernsehen anwesend war, lässt hoffen, dass der Bekanntheitsgrad unseres Treffens steigen wird und dass in der Zukunft die Kosten sich auf mehr Köpfe verteilen lassen können. In der Tat waren wir dieses mal so viele Teilnehmer dass es sich fast schon gelohnt hätte die Bahn für 2 Tage komplett zu mieten. Das lässt für das nächste Treffen hoffen sofern uns die "Inflation" da nicht einen Strich durch die Rechnung macht.

Ich möchte mich persönlich noch bei allen bedanken die zum Gelingen dieses Treffens beigetragen haben. Allen voran natürlich bei Manfred, der gemeinsam mit mir den Löwenanteil der Organisation bewältigt hat.
Mein Dank gilt auch Herrn Oppermann - dem Geschäftsführer - und Herrn Morscheiser dem Betreiber der Bahn.

An dieser Stelle möchte ich ganz bewußt mit den Dankesworten aufhören. Eigentlich gehört das ja in den Bericht auf der SBT Seite. Dort wird unser Dank alle die treffen, die maßgeblich bei der Vorbereitung und Durchführung geholfen haben.

Wir werden das nächstes Jahr wieder machen, hier haben wir uns bereits einige neue Highlights ausgedacht. Mehr wird nicht verraten.