Templin 2009

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Dieses Jahr war ein Besuch bei Waagen Tommi in Berlin geplant. Dummerweise hatten die Mädels allesamt die Windpocken und so war das entgegen unserer Planung ein reiner Männerausflug.

Und weil es im Großraum Berlin mehrere interessante Kartbahnen hat, wurden die Karts mitgenommen und die Kartbahn bei Templin besucht.

Am Abend zuvor machten wir uns vom Erdwall am Rand der Strecke erst mal ein Bild von der Strecke. Als wir dann fertig aufgebaut hatten, kam ein heftiger Regenschauer und damit war die Fahrmöglichkeit für diesen Nachmittag gestorben..

Am nächsten Morgen ging es dann nach einem ordentlichen Frühstück auf die Strecke.

Thomas hat seinem Sohn Christoph zu seinem letzten Geburtstag ein Kart gebaut. Das schwierigste daran, war es das große Chassis auf die geringe Körpergröße anzupassen, was aber gelungen ist wie man sieht.

 

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Dominik's Kart nach seiner Überarbeitung letzten Winter hier fertig für den Einsatz.

125ccm 1-Zylinder Viertaktmotor mit ca. 12 PS und 4 Gang Schaltung.

Am Westerwaldring hat er es schon ein paar Mal gefahren und hatte sich mit der Schaltung noch nicht so recht angefreundet.

Manfred kam am späten Vormittag hier an. Er brachte sein RD Kart mit.

350ccm 2 Zylinder Zweitaktmotor mit ca. 46 PS. Das Kart schon oft eingesetzt - altbewährt also.

Wir waren schon fleißig am Fahren, als Manfred seine Vorbereitungen traf und das Kart sowie sich selbst ;-) fahrbereit machte.

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Auf der Bahn schließlich zeigte sich für mich, was die letzten Modifikationen geracht hatten.

Ich hatte den Motorhalter zusätzlich nach hinten abgestrebt, weil beim starken Beschleunigen die Hinterachse zu stempeln schien und weil andere beobachtet hatten, dass der Motor starke Bewegungen auf dem Chassis machte.

Manfred war noch nie so leicht zu überholen. Es sind zwar nur gut 10 PS mehr was mein Motor leistet, aber dass das so viel ausmacht...

 

Beim ersten Durchgang fuhr Thomas hinterher. Das Kart lief wie nie gekannt. Mit den neuen Reifen Grip ohne Ende und die Motorleistung so glatt wie nie auf die Straße.

Ganz ohne das altbekannte Stempeln und rütteln ging das Kart beim Beschleunigen ab wie vom Gummi geschossen.

Im hinteren Teil der Bahn ist eine langgezogene Rechtskurve. Die Reifen klebten in der Kurve, die Querbeschleunigung war bombastisch.

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Thomas war auch sehr gut unterwegs. Zum ersten Mal für mich in erreichbarer Nähe - oder hat er nur auf mich gewartet ?

Er hat den kleineren Bruder meines Motors im Kart, den KTM 525 EXC. Etwa gleich viel Leistung, dafür aber weniger Gewicht. Das bedeutet dass er mir immer noch locker davon fahren kann.

 

Nachdem ich die Bahn immer mehr gewöhnt war, liefen die Runden immer flüssiger. Der Lerneffekt war noch dadurch um so größer, als dass ich einen Schaltkartfahrer vorbei gelassen hatte und mir dessen Linie abgeschaut hatte.

Irgendwann gegen später - noch am Vormittag - verlor der linke Hinterreifen genau in dieser Kurve schlagartig Luft. Der Reifen war über den äußeren Felgenwulst gesprungen und wollte nach dem wieder aufziehen auch keine Luft annehmen.

Nachdem ich den Reifen komplett demontiert hatte sah' ich auch weshalb: Der Drahtring der im Reifen eingearbeitet ist, war einfach gerissen.

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Thomas hatte dieses Problem nicht. Er drehte weiterhin seine Runden wie ein Uhrwerk. Ich jedoch musste hinten rechts einen alten Reifen aufziehen. Der erste den ich montierte sprang auch schon nach etwa 5 Runden über den Felgenwulst. Zwar nur über den inneren, aber der Reifen war so alt, dass deutlich zu spüren war, dass dort wesentlich weniger Grip war. Also ging der Reifen ebenfalls in die Tonne.

Der nächste Reifen, den ich aufzog hatte ähnliches Gripniveau - beinahe nichts - hielt jedoch auf der Felge.

Leider war dann mit diesem alten Schlappen hinten links die lange schnelle Rechtskurve kein Genuss mehr. Dadurch dass dieser Reifen signifikant weniger Grip hatte, war ich in dieser Kurve wirklich nur am rumeiern. Zwei mal kam es dort sogar zu einem Dreher.

Dazu kam noch, dass die Strebe, die dem Motor Disziplin auferlegte so langsam krumm wurde und dadurch langsam aber stetig immer mehr an Wirkung einbüßte.

Das altbekannte Stempeln auf der Hinterachse begann wieder und die Rundenzeiten fielen auf Manfred's Niveau ab.

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Der Laptimer lieferte bei den Vibrationen im Kart immer wieder falsche Werte, so dass Angaben über Rundenzeiten nicht zur Verfügung stehen.

Das GPS jedoch zeichnete recht zuverlässig auf - sofern es eingeschalten war. Bei einem Durchgang war es aus. Die gefahrene Strecke ist demzufolge noch größer als es dem Gerät zu entnehmen war.

Die Zusammenfassung des Tages: 54 km gefahren. Knapp eine Stunde Nettofahrdauer. Maximalgeschwindigkeit 111km/h

Wobei die Maximalgeschwindigkeit recht ungenau ermittelt ist, da das GPS Gerät nur einen Wert pro Sekunde misst.

Am Nachmittag war das Kart nicht mehr gut auf der Strecke. Die Strebe war dann endgültig abgebrochen, somit lag das Kart beim beschleunigen nicht mehr gut auf der Strecke. Der alte Hinterreifen links Marke Holzmischung trug in den Rechtskurven auch nicht gerade zum Fahrspaß bei.

So war es auch nicht weiter schlimm, dass am Nachmittag wegen dem hohen Andrang auf die Leihkarts die Fahrzeit für Rennkarts auf ein Minimum zusammenschmolz. Im Extremfall konnte man nur 2-3 Runden fahren bis man wieder raus gewunken wurde,

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An diesem Tag wurde richtig klar, warum das Kart so erheblich schlechter ist, als man es eigentlich erwarten sollte. Der Motor sitzt einfach zu labil auf dem Chassis. Hier ist eine grundlegende Änderung der Konstruktion notwendig. Die wird so schnell wie möglich angegangen werden. Mehr dazu dann bei passender Gelegenheit im Tagebuch des LC4 Kart.

Dominik kam an diesem Tag leider nicht viel zum fahren. Am Ende seines ersten Durchgangs bemerkte ich, dass Ölnebel aus dem Zylinderkopf kam. Die Schraube des Ventildeckels hatte einen Haarriss. Der Riss kam dadurch zustande, dass die seitliche Begrenzung des Kipphebels im Zylinderkopf abgebrochen war und der Kipphebel seitlich auswanderte. Der hämmerte dann von innen gegen den Ventildeckel.

So bekam Dominik die Fotokamera in die Hand gedrückt und durfte Bilder machen. Alle Bilder in diesem Bericht stammen von ihm.