Wittgenborn am 14+15.10.2006

Im Forum haben wir uns verabredet zum zwanglosem Fahren. Die Wahl fiel auf Wittgenborn und weil das für viele wieder eine etwas weitere Anreise ist, beschloss man, dass wir das ganze Wochenende dort verbringen werden.

Samstag vormittag kamen alle nacheinander an. Alle, das waren Dani und Andreas (von PS-Kart), Paul, Hisak und Rolf sowie O-Tommy und sein Sohn David.

Als wir (Dominik und ich) eintrafen waren Dani und Andreas sowie Paul bereits fleißig am fahren.

Es war so gegen 11:00 Uhr als wir dort eintrafen und weil Wittgenborn ab 12:00 Uhr eine Stunde Mittagspause vorschreibt, wollte ich keine Ganztageskarte mehr lösen. So richtete ich alles erst mal her, damit nach der Mittagspause sofort losgelegt werden kann.

Während der Mittagspause kamen dann Hisak und Rolf sowie O-Tommy und David an.

O-Tommy brachte einen 3 x 6 m Pavillion mit. Der wurde dann erst mal aufgebaut. Innen rein kam der Gasgrill von Thomas und die Bierzeltgarituren von uns. Nachdem wir uns noch dankenswerterweise an den Strom anschließen durfen, konnten auch die elektrischen Kühlboxen mit dem Grillgut und den zu kühlenden Frühstückszutaten für den nächsten Morgen angeschlossen werden.

Dani und Andreas brachten noch ein gasbetriebenes Heißluftgebläse mit so dass wir für ein gemütliches Beisammensein in einer eigentlich kalten Oktobernacht bestens gerüstet waren.

Dann ging's daran, die Karts der 4 Neuankömmlinge helfen abzuladen.

Hisak hatte etwas neues dabei, er hatte kürzlich erst ein Hith- Kart über ebay erstanden und es eben an diesem Vormittag abgeholt. Mit allem Zubehör. Fahrfertig hatte der Verkäufer gesagt. Doch leider springt der Motor nur sehr schwer an. Später wird sich herausstellen, dass es an der zu niedrigen Anlasserdrehzahl liegt.

Das Polrad sitzt auch nur festgeklemmt auf der Kurbelwelle, die Mutter ist nicht richtig stramm gezogen. Auch sonst fährt sich das Kart sehr nervös. Für Wittgenborn - hier folgt ja eine Kurve auf die nächste - mit dem Setup eigentlich nicht fahrbar.

Die Karts von uns anderen laufen jedoch sehr gut.

Der neue Vergaser im Schwabenkart arbeitet einwandfrei, ohne jede Mühe dreht der Motor auf die gewohnte Maximaldrehzahl hoch.

Wittgenborn ist nicht gerade ein enger Kurs, jedoch ist er sehr verschlungen und bietet ein recht hohes Gripniveau. Die Erholungspausen zwischen den Kurven sind recht kurz so dass man auf dieser Strecke ungewohnt schnell an konditionelle Grenzen stößt.

Auf dieser Strecke merkt man, dass auch Motorsport richtiger Sport ist.

Nach der Ausfahrt aus dem Fahrerlager wird zunächst eine Runde benötigt um die Reifen aufzuwärmen. Wenn man aber nach einer Runde am Fahrerlager wieder raus kommt, kann man richtig Feuer geben. Die kurze Übersetzung (vorne 16, hinten 25 Zähne) ist für diesen Kurs genau richtig. Doch im Detail:

Aus der Schikane am Fahrerlager geht's in eine langgezogene Linkskurve. Hochschalten in den 4. Gang. Dieser kann nicht ausgefahren werden. Die Kurve geht in eine 180 ° Grad Linkskehre über. Kurz nach dem Anbremsen in den 3. Gang runterschalten. Das stellt das Kart an. Im Laufe der Kurve zurück in den 2.
Rausbeschleunigen, hoch in den 3. Gang. Es folgt eine langgezogene Rechtskurve. Mit Vollgas auf die kurze Gerade und in die Eisen ohne runterschalten und 90 ° Grad rechts.
Wieder etwa 50 Meter zum erholen - nur für die Arme, nicht für den Motor - dann 180 ° Grad rechts. Hier zurück in den 2 Gang. Wenn man die vorhergehende Kurve nicht richtig erwischt hat, dann sogar in den 1. Gang zurück. Kaum ist man richtig aus der Kurve draußen und hat das Kart wieder gerade, kommt auch schon der Bremspunkt für die nächste 150 ° Grad Linkskurve. Die Kurve hört nicht richtig auf sondern wird nur weiter. Hochschalten in den 3. Gang und etwas verhalten auf dem Gas bleiben. Es folgt eine etwas mehr als 90 ° Grad links die aber wegen der Fahrbahnbreite und der anschließenden langen Geraden ohne zu bremsen genommen werden kann. Lange Gerade - Vollgas. Hochschalten in den 4. Auf Höhe des Leihkartbetriebs rauf in den 5.
Die Gerade geht in eine ganz lange Linkskurve über. Eine Mutkurve. Mit viel Mumm und heißen Reifen kann man auch in den 6. Gang schalten. Man muss am Ende der Mutkurve ganz innen raus kommen denn es folgt eine kleine Schikane rechts. Diese wird gerade genommen ind zum Bremsen verwendet.

Zurück in den 4. Gang und rein in die Ohrkurve links. Mitten in der Kurve zurück in den 3. Gang und ab etwa 2/3 Kurve wieder Gas. Für Vollgas ist die Leistung zu groß. Also mit etwa 60% Gas aus der Kurve raus. Es schließt sich direkt eine weite 180° Grad Rechtskurve an. Am Kurvenausgang rauf in den 4. Gang. Mit Vollgas weiter auf ein kurzes gerades Stück und die anschließende 90° Grad Rechtskurve noch im 4. Gang bei niedriger Drehzahl genommen.

Kurz auf's Gas und dann durch die Schikane am Fahrerlager. Nimmt man die Curbs mit, geht das fast geradeaus. In der Mitte der Schikane liegt der Bremspunkt für die 90° Grad Linkskurve am Fahrerlager. Zurück in den 3. Gang und dann wieder Vollgas in die langezogene Linkskurve - siehe oben.
Dummerweise hat an diesem Tag der Simmering der Wasserpumpe seinen Geist aufgegeben. Als ich die Strecke endlich kannte, griff schon die Kupplung nicht mehr richtig weil bereits zu viel Wasser im Getriebeöl war. Trotzdem reichte es für Vmax 104 km/h.

 

Um 17:00 Uhr ist dann Ende des Rennbetriebs. Es findet sehr zum Mißfallen von Dominik Leihkartbetrieb bis zum Einbruch der Dunkelheit statt. Das war dann nix mit Inliner laufen auf der Rennstrecke.

Das 6m Zelt wird bezogen und ich baue das 2 Mann Zelt auf, das wir am 3.SBT als Materialzelt verwendet haben.
Wir hätten auch im Anhänger übernachten können, aber Dominik wollte unbedingt im Zelt schlafen.

Der Abend klingt aus bei Freibier von Rolf und gegrilltem. An Gesprächstoff mangelt es nicht und nebenher werden die Videoaufnahmen vom Harzring angeschaut.
Irgendwann lichten sich die Reihen und als es von draußen ungeduldig fragt ob hier bald Ruhe ist, gehen auch Rolf und ich "zu Bett".

Am Sonntag dann fahre ich nicht. Der Simmering der Kupplungsdruckstange ist auch undicht, so dass während der Fahrt immer etwas Öl verlorengeht. Das muß nicht sein, dass man sein Altöl in der Gegend verteilt - also bleibt das Kart heute aus.

Ich nutze die Zeit um Bilder und Videoaufnahmen zu machen, den anderen beim Schrauben ein wenig zu helfen oder um Paul anzuschieben.

Das ist übrigens der Hammer ! Alleine bekommt man seinen 500er Zweitakter Eintopf nicht angeschoben. Auch zu zweit kann es ganz gut vorkommen, dass beide Helfer zu Boden gehen wenn der Motor anspringt.
Ist das der Grund dafür, dass Paul sich immer nach hinten umschaut wenn der Motor angesprungen ist ?

Am Ende der Mutkurve wechselt plötzlich und völlig unmotiviert ein kleines Mädchen vor Dani die Spur. Dani fährt ein 125er Schaltkart und kommt mit hohem Geschwindigkeitsüberschuß an. Er kann einen kapitalen Zusammenstoß mit dem Mädchen nur durch ein heftiges Ausweichmanöver verhindern. Er kommt dadurch von der Strecke ab und überschlägt sich. Sein Kart ist Totalschaden.
Glücklicherweise ist Dani außer einer schmerzhaften Prellung im Rücken nichts passiert. Weil das aber vor Ort noch keiner noch keiner weiß reisen Andi und Dani vorzeitig ab damit Dani im Krankenhaus untersucht werden kann.

Ab 13:00 Uhr ist Sonntags Ende des Bahnbetriebs für Rennkarts und wir laden die Karts und das Werkzeug wieder ein.
Mittlerweile ist unser Zelt auch wieder trocken und es wird auch wieder eingepackt.

Die wichtigsten Sachen die wir für's Mittagessen noch brauchen bleiben noch aufgebaut und so grillen wir noch mal eine Runde auf O-Tommy's Gasgrill.

Nachdem wir uns alle gestärkt haben, wird alles reisefertig verstaut. Schön ist es, dass keiner nur sein Zeug verstaut und einfach abhaut. Jeder legt Hand an wo er kann so lange bis alle reisefertig sind.

Jetzt heißt es Abschied nehmen.

Dieses Treffen war ein schöner Abschluß einer für mich kurzen aber dadurch nicht weniger schönen Kartsaison. Eigentlich war ich mehr am bauen als am Fahren. Es wurden gravierende und erfolgreiche Verbesserungen am Schwabenkart durchgeführt und ein Totalumbau des Safetykarts bewältigt. Dominik's Kart wurde fast fertig (der Motor läuft aber die Pedalerie muß noch komplett geändert werden) und die Vorderachse von Susi's zukünftigem Kart wurde auf ungeteilte Felgen umgerüstet.

Dabei wurde auch die Dachterasse fertig gemacht. Holzboden wurde verlegt und ein Geländer wurde gebaut. Das kann man sich übrigens hier anschauen.

Der nun kommende Winter wird dazu genutzt werden um das Schwabenkart weiter zu verbessern, um dem Safetykart einen größeren Motor zu verpassen und um Dominik's Kart fertig zu machen.
Susi's Kart soll auch sehr große Fortschritte machen - im Idealfall zum SBT '07 fertig werden.

Es gibt viel zu tun.