In letzter Zeit werden immer mehr Karts gebaut, die den Motor hinter dem Fahrersitz eingebaut haben. Es handelt sich dabei meistens um Karts mit leistungsstarken Vierzylinder Motoren
Will man den Schwerpunkt des Karts dabei niedrig halten und den Motor nicht über der Hinterachse einbauen, so muss man den Rahmen des Karts verlängern. Durch das höhere Gewicht und gleichzeitig durch den verlängerten Radstand ergeben sich Stabilitätsprobleme hinsichtlich der Rahmensteifigkeit gegen Durchwippen.
Im folgenden sollen hier anhand von Beispielen ein paar Möglichkeiten vorgestellt werden, wie dies in den Griff zu bekommen ist und die allgemeine Entwicklung aufgezeigt werden.
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Die gängigen Rennkartrahmen sind asymmetrisch aufgebaut. Das müssen sie auch sein, weil gängige Rennkarts den Motor neben dem Fahrer montiert haben. Das geht mit einem Vierzylindermotor auch. Das haben einige Eigenbauten wie z.B. von Robert oder von Ecki bereits gezeigt. Die Gewichtsverteilung wird hier jedoch sehr schnell ungünstig wenn man bei der Konstruktion nicht aufpasst..
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Damit der Motor hinter dem Fahrer montiert werden kann, muss der Rahmen verlängert werden. Die einfachste Art einen Rahmen zu verlängern besteht darin, den Rahmen kurz vor der Hinterachse zu trennen und hier etwa 50 bis 70 cm Rohr einzufügen. Als Material für die Verlängerung sollte man Rohre aus dem selben Material verwenden, aus dem der Rahmen auch hergestellt ist. Das ist in der Regel 25CrMo4 legierter Stahl. Das ist eine Chrom-Molybdän-legierung. Dieser Stahl ist ein zäher Vergütungsstahl mit einer hohen Steifigkeit und ist daher für langlebige Rahmen besonders geeignet. Fahrradrahmen werden ebenfalls aus diesem Material hergestellt. Wegen der notwendigen Verwindungssteifigleit im hinteren Bereich muss noch eine Querstrebe eingefügt werden. Das unten stehende Bild zeigt, wie so ein verlängerter Rahmen aussehen könnte. |
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Dieser Rahmen ist nun zur Aufnahme eines Motor's hinter dem Fahrersitz lang genug. Durch seine hohe Stabilität auf der rechten Seite eignet er sich bereits zur Aufnahme eines schweren Motors. Allerdings sind die beiden parallel laufenden Rohre als Basis für einen schweren Motor zu eng zusammen. Aus diesem Grund haben einige Selberbauer das rechte äußere Rahmenrohr weiter nach rechts verlagert. Mit den dann notwendigen Verstrebungen sieht ein solcher Rahmen dann so aus wie in dem Bild unten. |
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| Das im deutschsprachigen Raum wohl bekannteste Kart mit dieser Rahmengeometrie ist das Gixxerkart. Dieses fand zahlreiche Nachahmer wie z.B. das Monsterkart oder das Siverkart | |
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Der wesentlichste Vorteil am seitlichen Einbau des Motors ist der, dass sind nicht so viele Modifikationen am Rahmen notwendig sind. Das spart erstens Arbeit und zweitens Gewicht. Der größte Nachteil allerdings ist der, dass der Motor durch sein hohes Gewicht in Rechtskurven das Abheben des kurveninneren Hinterrades verhindert. Das führt zu einem unsymmetrischen Kurvenfahrverhalten. Das Kart schiebt in Rechtskurven über die Vorderräder wogegen Linkskurven einfacher durchfahren werden. Das ist auch die Ursache für einen höheren Reifenverschleiß. Dieser Nachteil wird durch die hohe Motorleistung jedoch nicht so deutlich. Mit so einem Fahrzeug ist ein geübter Fahrer immerhin in der Lage, eine Dodge Viper GTR (ca. 500PS) im Rundkurs zu schlagen. Ein symmetrisches Kurvenverhalten kann dadurch erreicht werden, indem der Motor in der Fahrzeuglängsmitte platziert wird. Bei dieser Einbauvariante muss der Rahmen ebenfalls symmetrisch aufgebaut werden. Das bedeutet, dass auch auf der linken Rahmenseite ein Parallelrohr eingefügt werden muss sofern dieses nicht bereits vorhanden ist. Der Rahmen des CRG-Storm zum Beispiel ist bereits weitestgehend symmetrisch aufgebaut.
Ein symmetrisch
verlängerter Rahmen ist im Bild unten skizziert. |
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Die frühesten (ernsthaften) Karts, die den Motor mittig eingebaut haben, verwenden noch zwei Hinterachsen um die auftretenden Stabilitätsprobleme zu lösen. Ein so langer Rahmen ist ja für Biegebelastungen viel anfälliger als die üblichen Kurzchassis. So eine Bauweise lässt natürlich keine besondere Wendigkeit zu. Die beiden starren Achsen hintereinander sorgen für eine extreme Beharrlichkeit im Geradeauslauf. |
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| Später kamen aufwändigere Konstruktionen zum Vorschein. Es wurde mehr Aufwand in die Versteifung des Rahmens gesteckt und die zweite Hinterachse zugunsten einer besseren Fahrdynamik eingespart. | |
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Im oberen Bild sieht man recht deutlich, dass hier enorme Anstrengungen gemacht wurden, das Chassis trotz des schweren Motors und nur 2 Achsen stabil zu machen. Der Motor ist auf massiven Stahlträgern montiert die jedoch offensichtlich nicht zur Stabilisierung ausreichen. Der Rahmen wurde noch durch den Geländerfürmigen Aufbau zusätzlich gegen Durchwippen versteift. Dieses Versteifungskonzept wurde schließlich bei dem Showkart das ich im Sommer 2005 über ebay gekauft hatte weiter entwickelt. |
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| Hier wurden oberhalb der Rahmenrohre ab der Taillierung des Rahmens bis an das hintere Rahmenende Verstrebungen eingeschweißt die den Rahmen extrem steif gegen Durchwippen machen. Leider befindet sich nur ein recht kleiner Motor (250ccm, 27 PS) hinter dem Sitz. Die Konstruktion ist jedoch eine konsequente Weiterentwicklung der vorhergegangenen Ansätze. | |
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Grundsätzlich kann eine höhere Rahmensteifigkeit auf zwei verschiedene Arten erreicht werden. - Durch Einfügen
weiterer Rahmenrohre in der selben Ebene. In der Praxis werden bei verlängerten Rahmen auch Mischformen dieser Maßnahmen angewandt. Diese sind zudem stark von der Positionierung des Motors hinter dem Fahrer beeinflusst. Der Motor kann hier entweder mittig oder seitlich versetzt eingebaut werden. |
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